Der Beruf des Bühnenkünstlers hat eine lange Tradition. Immer schon hat das Theater die Menschen fasziniert. Dabei sein, wenn Darsteller in verschiedene Rollen schlüpfen, ermöglicht es den Besuchern für kurze Zeit, den Begrenzungen des Alltags zu entfliehen.  Geschichten und Gefühle auf der Bühne spürbar zu machen, hilft den Menschen, ihr eigenes Leben besser zu verstehen.

Für unsere Fähigkeiten auf der Bühne werden wir oft bewundert. Aber gerade heutzutage, wo Theater, Film und Fernsehen stark von kommerziellen Gesichtspunkten geprägt sind, wird unser Berufsalltag häufig von übermäßigem Leistungsdruck und dem Ringen nach finanzieller Sicherheit überschattet. Dass unser Beruf unsicher ist und die meisten von uns nicht angemessen bezahlt werden, ist kein Geheimnis. Ich denke, man muss schon den richtigen „Vogel“ im Oberstübchen haben, um dies zu akzeptieren, ganz einfach weil man die Bühne eben als unverzichtbaren Teil des eigenen Lebens braucht!

Ich persönlich bin nach all den Jahren vor und auf der Bühne immer noch sehr stolz, dass ich genau diesen Beruf ausüben darf; dass ich den Menschen meine speziellen künstlerischen Fähigkeiten und meine Leidenschaft präsentieren kann. Mit dieser Berufung noch dazu meinen Lebensunterhalt bestreiten und meine Familie ernähren zu können, empfinde ich als großes Privileg. Es ist ein Geschenk, dass ich im Laufe meines Berufslebens immer wieder aufs Neue die Chance zur Selbstverwirklichung bekomme. Dies ist für viele Menschen in ihrem Berufsleben nicht selbstverständlich.

Wenn ich heute meinen künstlerischen Werdegang blicke, zeigt sich eine schöne Entwicklung: als Anfänger war ich übertrieben ehrgeizig, unsicher und dominiert vonm Streben nach Anerkennung. Heute geht es für mich vielmehr um innere Freiheit und Authentizität. In Zeiten von 3D-Kino und allgegenwärtigem Internet, also einer Unterhaltungsbranche, die immer und überall verfügbar ist, möchte ich in meiner Arbeit das „Unmittelbare“ und „Echte“ besonders herausarbeiten.

Mich selbst ehrlich und mutig, möglichst ohne Angst und Leistungsdruck zu präsentieren, das ist es, was ich meinem Publikum in möglichst vielen Augenblicken geben möchte. Dass ich dies auf so unterschiedliche Weise, als Sänger, Schauspieler und Regisseur auf und vor der Bühne und vor der Kamera machen darf, erfüllt mich mit Dankbarkeit!